
Diese Rezension könnte mit „Das ist ein AirTag, der ins Portemonnaie passt“ beginnen und enden, aber tatsächlich hat das Produkt, über das ich heute spreche, zumindest auf dem Papier, mehr Potenzial als der klassische Apple-Tracker. Ich erwähne das genau deshalb, weil sich der Markt für Tracker im Vergleich zu Apples Produkten deutlich erweitert hat. Manchmal kann man also ein Schnäppchen machen oder, schlimmer noch, eine Enttäuschung erleben. Wer weiß, wie die Reaktionen auf meine heutige Vorstellung ausfallen werden? Nun, lesen Sie einfach weiter, um es herauszufinden.
Unter den Alternativen zum AirTag auf dem Markt habe ich eine Art Kreditkarte von LOSHALL ausprobiert, einer relativ unbekannten Marke mit offensichtlich asiatischen Wurzeln. Der Preis ist jedoch zweifellos verlockend. Der Gedanke, sie zu testen, entstand aus dem Bedürfnis, einen Tracker in einem normalen Portemonnaie unterzubringen, nicht unbedingt in einem speziell für AirTags konzipierten. Die Lösung von LOSHALL ist genau das Richtige: Sie ist vollständig kompatibel mit Apples „Wo ist?“-System, das auch von AirTags verwendet wird.



Die Karte ist nur so dick wie zwei übereinanderliegende Kreditkarten (84 x 54 x 3 mm, Gewicht: 16 Gramm), was angesichts ihrer Funktionen und vor allem der integrierten Technologie wirklich überraschend ist. Sie verfügt über einen Ein-/Ausschalter, eine kleine LED zur Anzeige des Aktivitätsstatus und – am wichtigsten – kabelloses Laden. Das ist das absolute Highlight des Produkts: Im Vergleich zu einem herkömmlichen AirTag, der mit einer CR2032-Batterie betrieben wird, die zwar durchschnittlich zwei Jahre hält, aber in bestimmten Situationen schwer zu beschaffen ist, ermöglicht die LOSHALL-Trackerkarte das kabellose Aufladen ihres 170-mAh-Akkus über eine Ladestation. Dieser hält dann etwa drei Monate.


So können Sie Einweg-Tracker loswerden, die nach wenigen Jahren im Müll landen und zu Elektroschrott werden. Batterien, so klein sie auch sein mögen, belasten unseren Planeten enorm. Die Einrichtung dieses Trackers in „Find My“ ist kinderleicht: Schalten Sie ihn einfach mit dem entsprechenden Knopf ein. Ein kurzer Ton signalisiert Ihnen, dass er eingeschaltet ist, da die LED nur während des Ladevorgangs leuchtet. Anschließend können Sie den Tracker über die App suchen. Danach können Sie ihn umbenennen und ein Emoji zur sofortigen Identifizierung hinzufügen. Genau wie beim AirTag können Sie den Tracker auf der Karte finden, ihn klingeln lassen oder ihn als verloren markieren, sodass Finder ihn scannen und Ihre Kontaktdaten einsehen können. Sie können außerdem eine Benachrichtigung senden, wenn Sie sich vom LOSHALL-Tracker entfernen.

In verschiedenen Tests erwies sich der von der Karte abgegebene Ton als effektiv. Beispielsweise vergaß ich meine Geldbörse in einer Jacke im Kleiderschrank, und obwohl sie zwischen anderen Kleidungsstücken lag und die Schranktüren geschlossen waren, konnte ich den Alarm noch aus zwei Zimmern Entfernung hören. Auch der Alarm beim Verlassen des Hauses war hilfreich, als ich meine Geldbörse im Auto vergaß. Die LOSHALL-Karte bietet zwar zwei Funktionen, die dem AirTag fehlen – kabelloses Laden und ein Ein-/Ausschalter, der nicht nur Akku spart, wenn die Ortung nicht benötigt wird, sondern auch ein gewisses Maß an Privatsphäre bietet –, doch fehlen dem Produkt zwei Dinge, die Apples Tracker bietet.

Der Unterschied zum AirTag liegt im Fehlen der Ultrabreitband-Technologie (UWB). Daher kann der AirTag diese Funktionen nicht zur Ortung nutzen, einschließlich Richtungs- und Entfernungsmessung. Auch die NFC-Kompatibilität zur Anzeige bestimmter Informationen fehlt (durch Antippen eines AirTags mit einem iPhone, Android-Gerät oder einem anderen Gerät mit NFC-Lesegerät werden einige Informationen zur Identifizierung des Besitzers angezeigt). Stattdessen ist der AirTag so konzipiert, dass er versehentliches Verschütten, Spritzwasser und sogar kurzes Untertauchen übersteht und somit überall funktionsfähig bleibt, wohin Ihre Abenteuer Sie führen.
Wenn also jemand die LOSHALL Card findet, muss er die „Wo ist?“-App auf einem iPhone oder iPad öffnen, auf das Symbol „Gegenstände“ tippen, dann „Gefundenen Gegenstand identifizieren“ auswählen und die Karte anschließend auswählen. Erst dann lassen sich weitere Informationen abrufen. Soweit so gut, nur konnte ich die LOSHALL Card in meinen Tests nie orten. Hätte ich sie also in meinem Portemonnaie gehabt und sie wäre gestohlen worden, hätte ich sie nie wiedergefunden, da der einzige sichtbare Standort derjenige ist, der aufgezeichnet wurde, als sich mein iPhone in der Nähe des Trackers befand. Das bedeutet: Wenn Sie wirklich ein Objekt oder eine Person orten müssen, ist der originale AirTag die bessere Wahl. Ansonsten lohnt es sich, etwas mehr Geld auszugeben und auf alternative, aber ebenso zuverlässige Lösungen zurückzugreifen, die allerdings ähnlich viel kosten wie der AirTag. Wenn Sie also nicht unbedingt ein Produkt fürs Portemonnaie suchen, sollten Sie beim Kauf gut überlegen und nicht riskieren, nur um ein paar Euro zu sparen.






